“Es hat auch mein Leben verändert” – Was ein MakerSpace bewirken kann

Foto eines Makers im Makerspace der sein selbst gebautes Surfboard hält

Im MakerSpace sieht man häufig einen Lockenkopf vertieft in sein Projekt vor dem Bildschirm sitzen und an einer Konstruktion tüfteln. Es scheint, als hätte er die Welt ringsum vergessen, wenn er doch einmal aufblickt, steckt er mit seiner Frohnatur die Menschen in seiner Nähe an.
Unser Mitglied Giuliano sagt es selbst am besten: „Ich verliere völlig das Zeitgefühl, wenn ich hier bin (…) Als Erwachsene heißt es immer nur: arbeiten, arbeiten, arbeiten – lernen, lernen, lernen. Und dabei vergessen wir zu spielen, und wir verlernen sogar, wie das geht. Für mich fühlt es sich hier an wie ein Spielplatz für Größere. Viele können nicht verstehen, warum ich so glücklich bin, aber ich weiß, warum: weil ich hier Spaß habe – beim Entwerfen oder Basteln von etwas Kleinem für mich oder beim Arbeiten an einem großen Projekt.“

„Plötzlich habe ich diese Gedanken: ich will versuchen, es selbst zu bauen“

Giuliano studiert an der JKU im Bereich KI und ist aus Italien nach Österreich gezogen. Auf der Suche nach einer Auftragsfertigung mit einem Lasercutter ist er auf die GRAND GARAGE gestoßen.

Der MakerSpace helfe ihm auch dabei, Anschluss zu finden und Sprachbarrieren zu überwinden: „Ich lerne hier viele Menschen kennen, die ich ansonsten nie getroffen hätte. Wir sprechen darüber, woran wir gerade arbeiten, und versuchen, eine gemeinsame Sprache zu finden. Hier wird man Teil von etwas – einer Gruppe. Es hat auch mein Leben verändert, weil es mich dazu gebracht hat, darüber nachzudenken, selbst etwas zu erfinden. Ich habe gesehen, dass es möglich ist, eine Idee in die Realität umzusetzen. Plötzlich habe ich diese Gedanken: ‚Dieses Ding existiert nicht, ich kann es nirgends kaufen, ich sehe es nirgends, aber ich habe es im Kopf. Also will ich versuchen, es selbst zu bauen.‘ Und das ist etwas, was ich zuvor nicht hatte."

Die Freiheit, Fehler zu machen

Die GRAND GARAGE ist neben einer Werkstatt und einem Raum für Begegnung auch ein Ort, an dem Fehler nicht nur erlaubt, sondern willkommen sind. Das gefällt auch Giuliano, der es so formuliert: “Alle sind sehr offen und herzlich, und die Einschulung ist sehr gründlich. Das gibt einem die Freiheit, Fehler zu machen, die nicht gefährlich sind. Man kann einfach ausprobieren – und wenn man nicht weiterkommt, ist immer jemand da. Ich würde sagen, genau das ist es, was hier so Spaß macht. Wenn man hier anfängt, merkt man: Wenn man etwas nicht kaufen kann, kann man es tatsächlich selbst herstellen. Ich bin kein Ingenieur, und es ist völlig normal, dass etwas, was ich baue, am Anfang vielleicht nicht funktioniert – aber Schritt für Schritt komme ich ans Ziel. Man kann es schaffen.“

Im Video stellt Giuliano sein selbstgebautes Surfboard vor, mittlerweile arbeitet er schon am nächsten, sehr ambitionierten Großprojekt. Stay tuned!

Das Gespräch wurde in englischer Sprache geführt und für diesen Beitrag ins Deutsche übersetzt. Das Originalinterview ist hier verfügbar.

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